DER TRAUM VOM TREUEN HUND

Wie Bindung entsteht und gefördert werden kann

In der Entwicklungsphase eines Hundes kann die Beziehung zum Menschen gezielt gefördert und optimiert werden.

BEIM ZÜCHTER

Der Welpe kann seine Wurfgeschwister und auch Menschen in seiner Nähe bereits sehr früh individuell unterscheiden, eine ausgesprochen enge Bindung besteht aber nur zur Mutter.

Tipp: Suchen Sie gezielt einen Züchter, der die Welpen in engem Kontakt zu Menschen aufwachsen lässt. Damit ist die Basis für eine positive Grundeinstellung zu einem Zweibeiner als dem späteren Bindungspartner geschaffen. 

 

ALS WELPE

Zum Spielen ziehen junge Hunde oft noch Artgenossen vor, verhalten sich jedem neuen Kontakt gegenüber freundlich und demütig. Bei Gefahr suchen sie aber verblüffenderweise gezielt Schutz beim Menschen. Die Welpenzeit ist die Lebensphase, in der der Hund langsam Vertrauen zu seinem Besitzer aufbaut.

Tipp: Zeigen Sie sich vom ersten Tag an als ein freundliches, geradliniges und beschützendes Rudeloberhaupt. Nicht als ein ständig nein/pfui brüllendes und nervlich strapaziertes Nervenbündel. Ich persönlich schimpfe nie mit einem Welpen, bei ungewollten Aktionen lenke ich seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes. Funktioniert das nicht, unterstütze ich das erlernen von unseren Hausregeln mit einem ruhigen aber konsequentem “Nein” und nehme ihn aus der ungewollten Aktion.

 

ALS JUNGHUND

Innerhalb des ersten halben Jahres bindet sich der Hund zunehmend an Einzelpersonen, gleichzeitig beginnt die Pubertät mit etwa fünf Monaten. Hier wird er unabhängiger, er interessiert sich mehr für Artgenossen und versucht, seine Stellung im Rudel auszubauen.

Tipp: Die Pubertät ist ein Wendepunkt, der entscheidend sein kann für die Intensität der Bindung an uns. Für Eberhard Trumler liegt genau hier der Übergang von der kindlichen Anhänglichkeit an das “Elterntier” zur “Gefolgschaftstreue” des erwachsenen Hundes. Wer sich jetzt als verlässlicher Orientierungspfosten in wilden Zeiten bewährt, kann bei seinem Hund viel Vertrauen gewinnen.

 

ALS ERWACHSENER HUND

Auch ältere Hunde können sich noch neu binden, besonders wenn der Mensch an ihrer Seite souverän und freundlich eine klare Linie vorlegt. Manche selbstbewussten Tiere brauchen die Absicherung, dass wir weiterhin ausreichend Orientierung und Sicherheit bieten, und testen hin und wieder unsere Hausregeln.

Tipp: Als Person des Vertrauens können Sie sich neben der Bewältigung kleiner Alltagskonflikte durch ein abwechslungsreiches Training behaupten. So bleibt das Band des Vertrauens ein Hundeleben lang bestehen.

 

 

 

Die vielgerühmte Herrentreue des Hundes bekommen wir nur,  wenn wir als zuverlässige, konsequente und freundliche Führungsperson auftreten. Im Grunde ist Treue eher als Abhängigkeit zu verstehen. Eine natürliche Bindung die entsteht, weil ich Futtergeber, Spaßmacher, Beschützer und Führer bin.

 

Diese “Abhängigkeit” wollen einige Menschen durch eine Dauerunterbringung in sogenannten Zimmerkennels erreichen. Eine gerne gewählte Methode von einigen Hundehaltern, besonders  bei jungen Hunden. Es funktioniert sicher auch, gar keine Frage, vor allem ist sehr bequem. Aber meines Erachtens werden Hunde hier “gebrochen”. Ich bin fassungslos darüber, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind das wäre Ok so. Sich dann aber über eine Haltung im Freien aufregen. Gegen eine kurzfristige und nächtliche Unterbringung ist sicher nichts einzuwenden !

Mir persönlich ist eine ehrliche Bindung lieber und nicht eine Bindung die entstand, weil ich der Kennel-Öffner bin. Ich möchte keinen physisch und psychisch verkümmerten Hund an meiner Seite. Unsere Kinder setzen wir auch nicht 23 Stunden am Tag in ihr Zimmer, obgleich der Platz dort weitaus großzügiger bemessen ist, als dies in einem Zimmerkennel der Fall ist.

Meine Hunde leben abwechselnd im Haus und auch im Freien, was für unsere Hunde überhaupt kein Problem darstellt, sie sind niemals allein und können sich jederzeit mit ihren Artgenossen beschäftigen und toben, was in der Wohnung gar nicht möglich ist. Wer der Meinung ist ein Hund müsste rund um die Uhr in der warmen Wohnung sein, um überhaupt glücklich sein zu können, der ist auf dem Holzweg.

Als Kind konnte ich zum erstenmal erahnen, dass für einen Hund Leckerchen, ein Sofa und ein kuscheliges Körbchen in der Wohnung nicht der Schlüssel zum Glück bedeuten. Sobald der Hund meiner Eltern in die Nähe meines Großvaters kam, welcher begeistert und recht erfolgreich Schäferhunde züchtete und ausbildete, war es um unseren Hund geschehen. Er folgte meinem Großvater ohne sich nach uns umzudrehen. Er klebte an ihm wie der Kaugummi am Schuh, obwohl er bei ihm nicht einmal ins Haus durfte. Wenn unser Hund für ein paar Tage bei meinem Opa bleiben musste, wollte er gar nicht mehr mit heim. Bei ihm war auch sein Gehorsam einwandfrei, er liebte meinen Opa geradezu. Er lief dort im Rudel mit und “musste” im Freilaufzwinger schlafen.

Es war einfach nicht üblich Hunde mit ins Haus zu nehmen.  Mein Großvater war ein ruhiger und konsequenter Mann, es gab klare Regeln für die Hunde.  Ich kann mich nicht erinnern ihn einmal mit lauter Stimme gehört zu haben. Seine Hunde liefen zu viert und ohne Leine neben ihm her, da konnte kommen was wolle, sie hatten nur Augen für ihren Chef. Noch heute bewundere ich meinen Großvater für seine Art mit Hunden umzugehen.

 

 

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Heinrich Kohl

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